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Wetterauer Zeitung 04.10.2006 OBERHESSISCHER ANZEIGER

Doch auch in der Krise setzt sich Erfahrung durch: Vorstand der Zwiebelzüchter an der Spitze der Jahreswertung

Wölfersheim-Berstadt (sto). Ein niederschmetterndes Ergebnis der 16 Zwiebel-Olymplade legte die Verwiegekommission des Zwiebelzuchtvereins am Samstag im Vereinslokal „Berstädter Hof“ den Mitgliedern vor. Dass der Sommer mit seiner langen Trockenheit schlechtere Ernten als in den Jahren zuvor bringen würde, war allen Vereinsmitgliedern klar. Schließlich hatten sie über Wochen und Monate demoralisiert auf ihre Kulturen geblickt. Trotz der gedämpften Erwartung waren die Zahlen der am 16. September eingeholten und gewogenen Früchte enttäuschend.
Ein Minus von 43,5 Prozent des Gesamtgewichtes der jeweils größten Zwiebel aller Züchter gegenüber 2005 bedeutete das schlechteste Resultat seit 1986. Damals zog man im Verein erstmals die „Kelsea-Zwiebel“, nachdem zuvor nur die kleineren „Stuttgarter Riesen“ in die Wertung gekommen waren. Von den diesmal 29 Züchtern hatten lediglich drei ihr auf niedrigem Niveau basierendes Vorjahresergebnis verbessert. Die übrigen 26 erlitten zum Teil epochale Einbrüche.

Auch in der Spitze war der Gewichtsrückgang gravierend. Hatte der Sieger 2005 noch eine Frucht mit 1994 Gramm aus seinem Erdreich gezogen, so wog heuer die schwerste Zwiebel nur 1450 Gramm.

Dass erfahrene Züchter der Trockenheit die Stirn bieten können, bewiesen die Erstplazierten:
Fast-Abonnementsieger Wenzel Fiala schlug auch 2006 die Konkurenz um Längen. Auf Platz zwei hievte sich der 1. Vorsitzende Manfred Zerb mit 818 Gramm. Und auf Platz drei kam Willi Atzbach (577). Die nächsten Ränge belegten Rainer Lember (563), Günther Schön (440), Arnold Seipp (417), Gerd Aelmans (413), Jürgen Künze und Heinz Isterling (je 410) sowie Willy Roth (367).

Alle zehn Top-Züchter setzten auf „Kelsea“, weiter baute man „Stuttgarter Riesen“ und „Braunschweiger Rote“ an.

Um die Tradition zu pflegen, gibt es alljährlich eine Sonderwertung für die „Stuttgarter Riesen“. Mit 383 Gramm gewann Manfred Zerb diese Konkurrenz und den schmucken Pokal. Auf die Plätze dahinter kam der 2. Vorsitzende Dieter Wolf (308), dessen Amtsvorgänger Wenzel Fiala (286) sowie Rainer Lember und Horst Hahn mit je 200 Gramm.

Den Preis für die schönste Zwiebel des Jahres holte sich der gesundheitlich verhinderte Ehrenpräsident Herbert Reeh.

Beim Blick auf die Gewinner entdeckte Zerb durchweg Leute aus der früheren oder aktuellen Vorstandsriege, was er auch als gerechten Führungsanspruch dieser Mitglieder wertete.

Von den beiden Begehungen des Jahres, im Frühjahr und im September, erstattete Artur Isterling intensiv Bericht. Neben dem mehr oder weniger herzlichen Empfang des Gremiums ging Isterling akribisch auf den Zustand der Anlagen ein.

Erstmals seit Jahren vergab man keinen Preis für die „saumäßigste Zwiebel“, aber einen für die „saumäßigste Anlage. (Der in der Öffentlichkeit hoch angesehene Beisitzer bat um Schonung, was die WZ gewährt)

Genannt werden darf jedoch Rainer Lember. Er ist der erste Träger des Wanderpreises für besondere Verdienste im Vereinsleben und nahm aus den Händen, des 1. Vorsitzenden das von Helmut Lingemann, Mitglied der Wölfersheimer Künstlerpalette, gemalte und von Dr. Axel Steffan erworbene und gestiftete Bild einer überdimensionalen Zwiebel mit Gärtner in Empfang. Positiv aufgenommen wurde allseits bei den anwesenden Züchtern und ihren Gattinnen, dass nach Jahren der Abstinenz die Vereinsband“ „‚Blue Onions“ für musikalische Einlagen sorgte.

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